Im Formular deines Saals steht eine Prozentzahl für den Fall, dass ihr absagt. Im Gesetz steht 5. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt der ganze Beitrag. § 648 BGB vermutet, dass dem Betreiber 5 vom Hundert der Vergütung für den noch nicht erbrachten Teil zustehen, wenn du kündigst. Mehr darf er fordern. Vorrechnen muss er es dann aber auch.
5 vom Hundert
vermutet § 648 BGB für den offenen Teil
alles darüber muss der Saal belegen
§ 309 Nr. 6
macht die Vertragsstrafe fürs Absagen nichtig
ausnahmslos, sobald das Wort im Vertrag steht
3.132 bis 11.160 €
Streitwert bei 40 fehlenden Gästen
78,30 bis 279,00 € je Kopf, weddyplace 11/2024
4 Monate
Schutz vor Preiserhöhungen in AGB
§ 309 Nr. 1 BGB, bei 18 Monaten Vorlauf wertlos
Was in deinem Vertrag steht, gilt noch lange nicht
Ein Saalvertrag ist ein Vordruck, den der Betreiber für jede Feier wieder benutzt. Genau das sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, und für die gelten die §§ 305 bis 310 BGB. Sie streichen ganze Klauseln ersatzlos, und an ihre Stelle rückt dann das Gesetz.
Sieh zuerst nach, was du überhaupt gebucht hast. Mietest du nur die Halle, gilt Mietrecht und damit § 537 Abs. 1 BGB. Buchst du Saal, Essen und Service als Paket, trägt der Vertrag Züge eines Werkvertrags, und dann steht § 648 BGB im Raum. Ob über der Tür Festsaal steht, Banketthaus oder Düğün Salonu, ändert daran nichts. Es zählt, was in den Positionen steht.
Location möchte nach Absage dennoch eine Anzahlung ohne Vertrag
Daneben stehen dort „Hochzeitslocation abzugeben / absagen. Ist das möglich?“, „Hochzeitslocation ungünstig gewählt?“ und „Fragen zum All-inclusive-Hochzeitsort“. Vier Threads, ein Muster: Das Geld ist weg, und niemand weiß, warum eigentlich.
So steht es oft im Formular
- Anzahlung fällig bei Zusage, über die Rückgabe steht nichts
- Stornosätze in Prozent, ohne Satz zum Gegenbeweis
- Mindestabnahme als runde Personenzahl, ohne Wareneinsatz
- Verschieben kommt im ganzen Text nicht vor
So bittest du um die Änderung
- Anzahlung mit Betrag, Termin und Rückgabefall in einem Absatz
- Ein Satz, der dir den Nachweis eines geringeren Schadens erlaubt
- Mindestabnahme mit dem Wareneinsatz je Gedeck in Euro daneben
- Ein Ersatztermin als eigene Klausel, mit Frist und Preisstand
Wer unterschreibt, haftet, und das ist nicht immer die Familie, die den Saal bezahlt. wer welchen Anteil zahlt, wenn zwei Familien einladen
Kündigen darfst du jederzeit, und § 648 BGB sagt dir warum
Nach § 648 BGB brauchst du keinen Grund und keine Erlaubnis. Der Betreiber verliert dadurch nicht seinen Anspruch auf Geld, aber er muss gegenrechnen, was ihm der freie Termin einbringt. Der Gesetzestext ist kürzer als jede Klausel im Formular.
Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. Kündigt der Besteller, so ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen. Er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt. Es wird vermutet, dass danach dem Unternehmer 5 vom Hundert der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entfallenden vereinbarten Vergütung zustehen.
Übersetzt heißt das: Der Saal behält, was ihm wirklich fehlt. Familie Müller sagt fünf Monate vorher ab, weil der Großvater gestorben ist. Das Essen für 400 Personen hat der Betreiber nicht eingekauft und das Personal für den Abend nicht bezahlt. Vergibt er den 12. September an die Familie Khalil, sinkt sein Schaden weiter. Bleibt er auf dem Samstag sitzen, bleibt deutlich mehr als die 5 Prozent.
Bei reiner Miete, etwa wenn Sabine und Andreas nur die Halle buchen und das Essen selbst bestellen, läuft es genauso. § 537 Abs. 1 BGB hält fest, dass du nicht frei wirst, nur weil du aus persönlichen Gründen nicht feierst. Der Vermieter muss sich aber ersparte Aufwendungen anrechnen lassen und ebenso das, was er durch anderweitige Vermietung einnimmt.
Was der Saal behalten darf, richtet sich nach seinem echten Ausfall, und den muss er dir vorrechnen.
Deine Stornostaffel hat zwei Sollbruchstellen
Steht in deinem Vertrag eine Staffel, gilt dort: je näher der Termin, desto größer der Anteil, den du zahlen sollst. § 309 Nr. 5 BGB zieht dieser Pauschale zwei Grenzen. Reißt deine Klausel eine davon, fällt sie ganz weg.
| Klausel im Vertrag | Was der Saal meint | Was das Gesetz sagt | Woran du es prüfst |
|---|---|---|---|
| 80 Prozent, wenn ihr kurzfristig absagt | pauschalierter Schadensersatz | § 309 Nr. 5 BGB: höchstens der gewöhnlich erwartbare Schaden | Steht der Gegenbeweis ausdrücklich drin? |
| Vertragsstrafe bei Rücktritt | Druckmittel | § 309 Nr. 6 BGB: in AGB ausnahmslos unwirksam | Suche das Wort Vertragsstrafe im Text |
| Mindestabnahme 400 Personen | Umsatzgarantie | § 648 BGB: Erspartes wird angerechnet | Was kostet der Wareneinsatz je Gedeck? |
| Preis steigt bei höheren Einkaufspreisen | Inflationsschutz | § 309 Nr. 1 BGB schützt dich nur vier Monate lang | Wie viele Monate liegen bis zum Termin? |
Die 80 Prozent in Zeile eins sind ein Beispiel, keine Marktzahl. Warum hier keine echte Staffel steht, erklärt der Abschnitt weiter unten.
Die erste Grenze ist die Höhe. Übersteigt die Pauschale den Schaden, der nach gewöhnlichem Lauf der Dinge zu erwarten ist, ist sie unwirksam.
Die zweite Grenze ist ein Satz, der in deinem Vertrag stehen muss. Dir muss ausdrücklich der Nachweis gestattet sein, es sei kein oder ein wesentlich geringerer Schaden entstanden. Fehlt dieser Satz, kippt die Staffel, auch wenn die Prozente fair wären.
Steht das Wort Vertragsstrafe drin, ist die Klausel erledigt
§ 309 Nr. 6 BGB kennt keine Ausnahme. Er nennt vier Fälle: die Nichtabnahme, die verspätete Abnahme, den Zahlungsverzug und das Lösen vom Vertrag. Für alle vier ist eine Vertragsstrafe in AGB unwirksam.
Manche Betreiber schreiben genau dieses Wort ins Formular, weil es hart klingt. Es schwächt die Klausel. Nennt der Vertrag dieselbe Summe stattdessen pauschalierten Schadensersatz, landest du wieder bei § 309 Nr. 5 BGB und seinen zwei Grenzen.
Ein einziges Wort entscheidet, welcher Paragraf greift. Lies die Überschrift der Klausel und den Satz darunter, und lass dir die Fassung nicht am Telefon erklären. Was der Betreiber dir zusagt, gehört in eine E-Mail.
Die Mindestabnahme tut erst bei 400 Gästen richtig weh
Wo der Saal ein Paket verkauft, kann sie mit im Vertrag stehen: Du zahlst für 400 Personen, gleich wie viele erscheinen. Bei 40 Absagen zahlst du 40 Essen, die niemand isst. Die Frage ist, wie viel davon der Saal behalten darf.
Mindestabnahme 400 Personen, gekommen sind 360
- Vereinbarte Mindestpersonenzahl
- 400
- Gäste am Abend
- 360
- Gedecke, die keiner isst
- 40
- Kosten je Gast, unteres Ende
- 78,30 €
- Kosten je Gast, oberes Ende
- 279,00 €
- Wareneinsatz, den der Saal dabei spart
- muss er offenlegen
- Was der Saal für 40 Gedecke fordern kann
- 3.132 bis 11.160 €
Die Spanne je Gast stammt von weddyplace, Stand 11/2024, und summiert alle Posten je Kopf, vom Sektempfang bis zur Papeterie. Was ein Saal an Ware und Personal spart, steht in keiner öffentlichen Quelle.
40 Portionen hat der Koch nicht zubereitet und 40 Getränke hat niemand ausgeschenkt. Genau das rechnet § 648 BGB an. Wie groß dieser Anteil ist, weiß nur der Betreiber, also frag ihn danach, bevor du unterschreibst. Ein Vertrag, der die Mindestabnahme an den Wareneinsatz koppelt, ist für beide Seiten sauberer.
Die Zahl, die du dem Saal vor dem Termin meldest, ist die teuerste Zahl deiner Planung. In SOFRANDA kommt sie direkt aus der Gästeliste, in der die Absagen ohnehin schon stehen.
Die Absagen treffen dich genau in den Tagen, in denen du die Zahl nicht mehr senken darfst. was zehn Tage vor dem Fest mit acht Absagen passiert
Wie viele Gedecke ein Saal für 400 Gäste überhaupt ansetzt, rechnest du besser selbst nach. wie viel Essen 400 Gäste wirklich brauchen
Wenn die Umstände kippen, hilft dir § 313 BGB
Über § 313 BGB liefen die Corona-Absagen. Verändern sich die Umstände schwerwiegend, die beide Seiten zur Grundlage des Vertrags gemacht haben, darfst du verlangen, dass der Vertrag angepasst wird. Trägt keine Lösung, folgt der Rücktritt, bei Dauerschuldverhältnissen die Kündigung.
Anpassen heißt bei einer Hochzeit meistens: neuer Termin statt Geld zurück. Genau das haben Paare 2020 und 2021 verhandelt. Reue zählt dagegen nicht. Ein Streit zwischen den Familien oder ein besseres Angebot zwei Straßen weiter fällt nicht unter § 313 BGB.
Der Thread „Hochzeitslocation ungünstig gewählt?“ beschreibt Reue. Dafür ist § 648 BGB zuständig: Du kündigst, und danach rechnet ihr.
Was dir zu üblichen Stornosätzen niemand belegen kann
Zu marktüblichen Staffeln, Mindestpersonenzahlen und Anzahlungshöhen existiert keine zitierfähige Quelle. Die Muster-AGB des DEHOGA liegen mitgliedsintern. Wer dir trotzdem eine Prozenttabelle zeigt, soll dir sagen, woher die Zahlen stammen.
Deshalb steht in diesem Beitrag keine einzige Prozentzahl, die du dem Saal entgegenhalten könntest.
Was du hast, sind vier Paragrafen und sechs Fragen. Die tragen weiter als eine erfundene Marktzahl, weil sie in jedem einzelnen Vertrag gelten. Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu: § 309 Nr. 1 BGB verbietet Preiserhöhungen nur für Leistungen, die binnen vier Monaten nach Vertragsschluss erbracht werden. Buchst du 18 Monate vorher, greift er nicht. Der Saal darf den Preis dann anheben, sofern seine Klausel sauber gebaut ist.
Bei 400 Gästen bist du selbst der Veranstalter
Bei 400 Gästen im gemieteten Saal bist du der Veranstalter und haftest für Personen- und Sachschäden. Ob deine private Haftpflicht das trägt, steht in deiner Police. Eine Hochzeitsrücktrittsversicherung für Verbraucher gibt es in Deutschland dagegen nicht als verbreitetes Produkt.
In Großbritannien und den USA gibt es sie, und von dort stammen die Ratgebertexte, die sie dir empfehlen. Wer hier danach sucht, landet bei Angeboten für Gewerbetreibende.
Was existiert, ist die Veranstaltungsausfallversicherung. Hiscox Deutschland ersetzt damit Kosten und eingeplanten Gewinn, wenn eine Veranstaltung unverschuldet ausfällt, und bietet die Veranstalterhaftpflicht dazu an. Die Beispielschäden auf der Anbieterseite reichen von 7.500 bis 200.000 Euro. Prämien quotieren die Anbieter einzeln, öffentlich steht dazu keine Zahl. Für dich zählt die zweite Hälfte des Produkts.
Frag deinen Versicherer schriftlich, ob er 400 Gäste in einem gemieteten Saal noch als privat ansieht.
Wie groß der Betrag ist, um den sich all diese Klauseln drehen, siehst du erst in der Gesamtrechnung. was ein Abend mit 400 Gästen wirklich kostet
Sechs Fragen, die du vor der Unterschrift stellst
Zehn Minuten am Küchentisch kostet dich das, den Betreiber eine E-Mail. Was er dir nicht schriftlich beantwortet, verhandelst du besser jetzt als nach der Absage.
Steht in der Stornoklausel, dass du einen geringeren Schaden nachweisen darfst?
Fehlt dieser Satz, ist die Pauschale nach § 309 Nr. 5 BGB angreifbar. Bitte darum, ihn aufzunehmen. Ein Betreiber, der ehrlich kalkuliert, hat damit kein Problem.
Taucht das Wort Vertragsstrafe irgendwo im Vertrag auf?
Dann greift § 309 Nr. 6 BGB, und die Klausel ist in AGB unwirksam. Sag es dem Saal freundlich und lass sie in pauschalierten Schadensersatz umschreiben. Sonst streitet ihr später über die volle Summe statt über die Hälfte.
Mietest du nur den Saal oder ein Paket mit Essen und Service?
Bei reiner Miete gilt § 537 Abs. 1 BGB, beim Paket § 648 BGB. Beide rechnen Erspartes an, aber die Beträge fallen weit auseinander. Steht beides in einem Papier, lass die Positionen trennen.
Was spart der Saal je Gast, der nicht kommt?
Frag nach dem Wareneinsatz je Gedeck in Euro. Bei 40 fehlenden Gästen und 78,30 bis 279,00 Euro je Kopf geht es um 3.132 bis 11.160 Euro. Eine Antwort per E-Mail ist später mehr wert als jede Zusage am Telefon.
Wofür genau ist die Anzahlung, und wann fließt sie zurück?
Lass Betrag, Termin und Rückgabefall in denselben Absatz schreiben. Ohne unterschriebenen Vertrag schuldest du eine Anzahlung nur, wenn ihr euch anderweitig wirksam geeinigt habt. Genau dieser Fall steht als Threadtitel im hochzeitsforum.org.
Was passiert, wenn ihr verschiebt statt abzusagen?
Ein Ersatztermin im selben Haus kann den Schaden des Saals auf null senken. Schreib das Verschieben als eigene Klausel in den Vertrag, mit Frist und Preisstand. § 313 BGB hilft dir nur bei schwerwiegenden Umständen, deine eigene Klausel hilft dir immer.
Dieser Text ordnet Paragrafen ein, er berät nicht. Steht ein fünfstelliger Betrag im Raum oder liegt die Rechnung des Saals schon im Briefkasten, gehört der Vertrag zu einem Anwalt für Vertragsrecht. Nimm die vier Fundstellen mit: § 648 BGB, § 537 Abs. 1 BGB, § 309 Nr. 5 und Nr. 6 BGB. Dann dauert das Gespräch eine halbe Stunde statt zwei.
Quellen und Stand
- § 648 BGB, Kündigung durch den Besteller und Anrechnung des Ersparten (abgerufen am 24. August 2026)
- § 309 BGB, Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit, hier die Nummern 1, 5 und 6 (abgerufen im August 2026)
- § 537 Abs. 1 BGB, Mietzahlung bei persönlicher Verhinderung (abgerufen im August 2026)
- § 313 BGB, Störung der Geschäftsgrundlage (abgerufen im August 2026)
- § 305 BGB und die folgenden, Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (abgerufen im August 2026)
- weddyplace.com, Spanne je Gast als Grundlage der Ersparnisrechnung (11. November 2024)
- DEHOGA, Muster-AGB nur für Mitglieder und deshalb nicht zitierfähig (abgerufen im August 2026)