Wann du den Sitzplan machst, wenn 400 Zusagen dranhängen

Zu früh geplant ist doppelte Arbeit, zu spät wird es hektisch. Der Zeitplan von der ersten Zusage bis zum gedruckten Aushang.

Von Erdal Akkoc9 MinutenGroße HochzeitZuletzt geprüft am

Kurz beantwortet

Der Termin ist in vier Wochen und wir haben noch nichts. Was zuerst?

Der Grundriss geht vor den Köpfen, und die Namen kommen ganz zuletzt. Miss den Saal an diesem Wochenende und setz die Tische am Abend darauf. Telefonier die fehlenden Rückmeldungen in den drei Tagen danach ab, dann bleiben dir zwei Wochen bis zur Frist des Caterers.

Elf Monate vor dem Termin steht der Saal fest, und im Sitzplan steht kein einziger Name. So gehört es sich. Wer im Oktober 400 Gäste auf Stühle setzt, macht dieselbe Arbeit im Februar noch einmal und im April ein drittes Mal. Der Sitzplan hat drei Anfänge.

12 bis 18 Monate

vorher buchst du den Saal

Anbieterangabe aus dem Markt der großen Festsäle, nicht erhoben

8 Wochen

vorher stellst du Tische, noch ohne Namen

Unsere Empfehlung für 300 bis 600 Gäste

14 Tage

vorher will der Caterer die feste Zahl

Taste Frankfurt, und nach unten geht sie danach nicht mehr

10 Tage

vorher gehen Aushang und Tischkarten in den Druck

Unsere Empfehlung, damit du den zweiten Druck sparst

Zu früh geplant heißt dreimal geplant

Ein fertiger Sitzplan hält genau so lange, wie die Gästeliste still steht. Bei 600 Eingeladenen bewegt sie sich bis in die letzte Woche, weil ein Umschlag an einen Haushalt geht und die Antwort für vier Personen gilt. Jede frühe Fassung wird von der nächsten Zusagerunde überschrieben.

Zu spät bricht an anderer Stelle: am Druck und an der Küche. Vierzehn Tage vorher will der Caterer eine Zahl, und ein Aushang mit 400 Namen entsteht nicht über Nacht. Zwischen beiden Terminen bleiben dir keine zwei Wochen für 40 Tische.

Ein Rutsch, vier Wochen vorher

  • Grundriss und Namen entstehen am selben Abend
  • Du zeichnest Tische aus dem Kopf, weil du den Saal einmal gesehen hast
  • 400 Namen wandern in einer Nacht auf 40 Tische
  • Acht Absagen aus der Woche darauf treffen einen Plan, der gedruckt ist

Drei Stufen, ab neun Monaten vorher

  • Der Saal ist gemessen, sobald du zur Begehung hineinkommst
  • Tische stehen acht Wochen vorher, alle Plätze bleiben leer
  • Namen kommen erst nach der letzten Zusagerunde auf die Stühle
  • Am Druckdatum tauschst du höchstens noch einzelne Tischkarten

Wann sagen die Ratgeber, dass du anfangen sollst?

Drei deutsche Portale nennen drei Fenster, und zwei davon widersprechen sich offen. vonjacob.de schreibt „spätestens 4 bis 6 Wochen vor der Hochzeit“, hochzeitsportal24.de schreibt „frühestens einen Monat vor der Hochzeit“. Beide meinen dieselben Tage, der eine als letzte Frist, der andere als Startverbot.

Drei Startempfehlungen für denselben Zeitraum
QuelleWann du anfangen sollstGrößte genannte Hochzeit
gluecksmarie.de2 bis 4 Wochen vorher startenkeine Zahl genannt
hochzeitsportal24.defrühestens 1 Monat vorherTischplan „über 30 Personen“ sinnvoll
vonjacob.despätestens 4 bis 6 Wochen vorherkeine Zahl genannt
dieser RatgeberSaal ab 9 Monaten, Tische ab 8 Wochen, Namen ab 6 Wochen600 Gäste

Alle drei Portale abgerufen im August 2026. Keines nennt eine Gästezahl über 150, und keines sagt, wie viele Abende 40 Tische kosten.

Keines dieser Fenster ist für 400 Zusagen gerechnet. Bei 40 Tischen brauchst du allein für den ersten Durchgang zwei Abende, und Cousine Katrin aus Hannover meldet sich erst, wenn du sie anrufst. Teil die Arbeit deshalb auf drei Termine auf, statt nach einem Starttag zu suchen.

Tische stellst du nach Zahlen, Namen setzt du erst nach der letzten Zusagerunde.

Dein Rückwärtsplan, vom Saalvertrag bis zum Aushang

Zwei Termine gehören dir nicht: die Frist des Caterers und der Drucktermin. Trag diese beiden Daten zuerst in den Kalender, danach erst die eigenen Schritte. Alles Übrige schiebt sich dann von selbst an die richtige Stelle.

Was wann dran ist, und was danach schwer wird
Vor dem TerminWas du machstWas danach schwer wird
12 bis 18 MonateSaal buchen, Datum festlegenein anderes Datum, ohne die Anzahlung zu verlieren
9 MonateSaal begehen, Tischgrößen und Säulen aufschreibendie Tischzahl seriös schätzen
3 MonateDetailplan an Saal und Caterer, Tischzahl grobvon 40 auf 55 Tische springen
8 WochenSaalplan fertig zeichnen und Tische nummerierenWege und Buffet noch verschieben
6 Wochenfehlende Rückmeldungen abtelefonieren, Parteien auf Tische verteilendie Kopfzahl auf zehn Personen genau kennen
14 TageKopfzahl und Sonderessen an den Caterer meldendie Zahl nach unten korrigieren
10 TageAushang und Tischkarten in den Druck gebeneinen zweiten Druck bezahlen und abholen
Vorabendeinzelne Tischkarten tauschenTischnummern ändern, ohne neu zu drucken

Die Werte für 9 Monate, 3 Monate und 14 Tage stammen aus dem Ablaufplan von Taste Frankfurt, einem Frankfurter Caterer, der zusätzlich ein Abschlussbriefing 7 Tage vorher ansetzt. vonjacob.de nennt für die finale Liste eine Woche. Die 12 bis 18 Monate sind eine Anbieterangabe aus dem Saalmarkt und nicht erhoben. 8 Wochen, 6 Wochen und 10 Tage sind unsere eigene Empfehlung für 300 bis 600 Gäste.

Was du fragst, sobald der Saalvertrag unterschrieben ist

Der Saal rückt seine Zahlen erst nach der Unterschrift heraus. Vorher hörst du „Platz für 500“, und diese Auskunft zählt Stühle statt Quadratmeter. Nimm einen Zollstock mit zur Begehung und stell diese Fragen, bevor du den ersten Kreis zeichnest.

  • Wie viele runde Tische mit 1,80 m Durchmesser habt ihr wirklich vorrätig?
  • Welche Tischgrößen gibt es sonst, und wie viele davon?
  • Wo stehen Säulen, und wie breit sind sie an der Basis?
  • Wie breit müssen eure Servicewege zwischen den Tischen bleiben?
  • Wo sitzen die Steckdosen für Musik, Licht, Leinwand und Nebelmaschine?
  • Ab wann kostet Umstellen extra, und wann ist der letzte Änderungstermin?
  • Für wie viele Personen ist dieser Raum genehmigt?

Die Maße aus diesem Termin entscheiden, wie viele Tische überhaupt in den Raum passen. welche Abstände zwischen zwei Tischreihen frei bleiben müssen

Acht Wochen vorher stellst du Tische ohne Namen

Acht Wochen vorher kennst du deine Tischzahl auf zwei Tische genau. Die Namensliste wächst bis in die letzte Woche weiter. Zeichne den Saal jetzt fertig, mit Bühne, Tanzfläche, Buffet, Bar und dem Eingang. Vierzig nummerierte Tische stehen darin, und kein einziger Gast sitzt schon.

BühneTanzflächeBarBuffetEingang
So sieht dein Plan acht Wochen vorher aus. Bühne, Tanzfläche, Bar, Buffet, Eingang und die Wege dazwischen liegen fest. Der gestrichelte Ring um jeden Tisch zeigt, wie viel Fläche er samt Stühlen und Durchgang wirklich frisst, und vergeben ist noch kein einziger Stuhl.

Die Reihenfolge hat einen handfesten Grund. Ein falsch gestellter Tisch kostet dich einen Meter Gang und den Weg zum Buffet. Ein falsch gesetzter Gast kostet dich zehn Sekunden. Verschiebst du erst die Namen und danach die Tische, machst du beide Arbeiten zweimal. Ein Programmpunkt mit Geldgeschenken, ob Gratulationsrunde am Brauttisch, Geldtanz oder Takı, braucht zusätzlich eine eigene Fläche und einen Aufruf nach Tischnummern. Beides hängt am Grundriss und übersteht jede Zusage, die noch hereinkommt.

Wie viele von 600 Eingeladenen wirklich kommen

Eingeladene Personen
600
davon enge Familie und Trauzeugen
240
davon Bekannte, Kollegen, Nachbarn und weitere Verwandte
360
Familie erscheint zu 70 bis 85 Prozent
168 bis 204
Bekannte erscheinen zu 50 bis 60 Prozent
180 bis 216
Gäste am Abend
348 bis 420

Die Spanne ist 72 Personen breit, also gut sieben Tische zu zehn. Deshalb stellst du acht Wochen vorher zuerst die Tische. Die Quoten stammen aus türkischen Branchenquellen, gemessen hat sie niemand.

Vierzig leere Tische sehen nach halber Arbeit aus und sind ein fertiger Grundriss. SOFRANDA hält Saal und Gästeliste in derselben Quelle, deshalb stehen Tische schon, bevor der erste Name feststeht. Auf Papier geht das genauso, solange der Plan in echten Metern gezeichnet ist.

Sechs Wochen vorher rufst du die an, die nie geantwortet haben

Sechs Wochen vorher hast du auf 600 Umschläge rund 300 Antworten. Schweigen ist in vielen großen Familien eine eigene Antwort: Onkel Daniel kommt selbstverständlich und hat es nur nie gesagt. Diese Runde telefonierst du ab, sonst rechnest du mit Zahlen, die niemand bestätigt hat.

  1. Die Liste nach Haushalten sortieren

    Ein Anruf klärt vier Personen auf einmal. 600 Gäste sind rund 180 Haushalte, und die schaffst du an zwei Abenden.

  2. Die zwei Familienseiten getrennt abarbeiten

    Die Brautseite ruft die Brautseite an. Sieht Tomasz Lewandowski eine unbekannte Nummer aus der Familie Becker, kostet dich das fünf Minuten Erklärung vor der eigentlichen Frage.

  3. Nach der Kopfzahl fragen statt nach einem Ja

    „Kommt ihr?“ bringt ein Ja. „Mit wie vielen kommt ihr?“ bringt eine Zahl, und Familie Becker antwortet dann mit vier statt mit einem Nicken.

  4. Kinder mit Alter erfassen

    Ein Zweijähriger zählt beim Essen mit und sitzt trotzdem auf dem Schoß. Ohne Alter planst du Plätze ein, die den ganzen Abend leer bleiben.

  5. Sonderessen sofort notieren

    Vegetarisch, glutenfrei, ohne Nüsse, halal oder koscher. Der Caterer will diese Namen samt Tischnummer, eine Summe reicht ihm nicht.

  6. Fünf Prozent Puffer stehen lassen

    Bei 400 Zusagen sind das 20 Plätze, also zwei Tische, die du frei hältst. Unangemeldete Gäste kommen, und sie kommen selten allein.

Die Anrufe bringen dir Zahlen, und die müssen in eine Liste, die 400 Namen trägt. wie du 400 Namen nach Haushalten statt nach Personen ordnest

Zwei Wochen vorher steht die Kopfzahl, und sie steht fest

Die härteste Frist im ganzen Plan setzt die Küche. Taste Frankfurt schreibt: „14 Tage vor der Hochzeit muss die finale Zahl stehen.“ vonjacob.de setzt für die finale Liste eine Woche an, schau also in deinen eigenen Vertrag.

Nach oben nimmt die Küche zusätzliche Gäste oft noch an. Nach unten bleibt die Zahl stehen. Ware für 420 Personen ist bestellt, und du bezahlst sie auch dann, wenn am Samstag 390 Gäste kommen.

Genau in diesen letzten zwei Wochen kommen die Absagen, gegen die der Zeitplan nicht mehr hilft. was du machst, wenn zehn Tage vorher acht Leute absagen

Wann gibst du Aushang und Tischkarten in den Druck?

Zehn Tage vorher, also direkt nach der Frist des Caterers. Ein A1-Bogen trägt bei 26 pt Schrift rund 180 Namen, ein A0-Bogen rund 420. Für 400 Gäste heißt das ein A0 oder zwei A1 nebeneinander. Ein Copyshop vor Ort druckt A1 oft am selben Tag, beim Onlinedruck kommt der Versand dazu.

Wer am Tag 21 druckt, druckt zweimal. Der zweite Bogen kostet dasselbe wie der erste, und 40 alte Tischkarten wandern in den Müll. Zwischen der Caterer-Frist und der Feier liegen zehn ruhige Tage, in denen sich fast nichts mehr bewegt.

Das Format entscheidet, ob 300 Leute am Eingang lesen können oder sich stauen. wie groß die Schrift auf dem Aushang für 300 Gäste sein muss

Was du am Vorabend noch änderst

Am Vorabend tauschst du Tischkarten und sonst nichts. Eine Nummer vom Aushang bleibt stehen, auch wenn Tisch 17 nur noch zu sechst besetzt ist. 400 Gäste suchen am nächsten Abend genau diese Nummer, und wer durch den Abend führt, ob Moderator, DJ oder Anonsçu, ruft die Gäste danach tischweise auf.

Ein leerer Stuhl fällt am Abend niemandem auf, eine falsche Tischnummer allen.

Ab dem Moment, in dem der Aushang hängt, ist die Tischnummer eine Adresse.

Vier Situationen, in denen der Zeitplan kippt

Ein Termin in vier Wochen, eine zweite Feier am Vorabend, die Frage nach der Stuhlgenauigkeit und 60 fehlende Zusagen. Diese vier Fälle werfen den Rückwärtsplan durcheinander. Die Antworten gehen von 300 bis 600 Gästen und einem gebuchten Saal aus.

Der Termin ist in vier Wochen und wir haben noch nichts. Was zuerst?

Der Grundriss geht vor den Köpfen, und die Namen kommen ganz zuletzt. Miss den Saal an diesem Wochenende und setz die Tische am Abend darauf. Telefonier die fehlenden Rückmeldungen in den drei Tagen danach ab, dann bleiben dir zwei Wochen bis zur Frist des Caterers.

Wann machen wir den Sitzplan für die zweite Feier am Vorabend?

Erst nach der Hauptfeier. So ein Vorabend, ob Kına Gecesi, Polterabend oder Essen im engsten Kreis, hat 50 bis 200 Gäste, oft in einem anderen Raum, und seine Gästemenge steckt komplett in der großen. Wer ihn zuerst plant, verteilt Namen, die im großen Plan noch wandern.

Müssen wir wirklich jeden einzelnen Platz vergeben?

Bei 400 Gästen reicht für die meisten Runden der Tisch. Stuhlgenau setzt du dort, wo Rang mitspielt: die Elterntische, die Trauzeugen, die Ehrengäste und die Tische mit Sonderessen. Das sind bei 40 Tischen etwa sechs, und die machst du in einer halben Stunde.

Zwei Wochen vorher fehlen uns noch 60 Zusagen. Und jetzt?

Rechne sie als Köpfe mit und lass die Stühle namenlos. 60 Personen füllen sechs Tische zu zehn, also hältst du sechs Tische am Rand der jeweiligen Familienseite frei. Dem Caterer meldest du sie mit, weil die Zahl nach unten ohnehin nicht mehr geht.

Ein Grenzfall bleibt: der Saal wird sechs Wochen vorher frei, weil ein anderes Paar abgesagt hat. Begehung, Tischplan, Zusagerunde und Druck fallen dann in dieselben zwölf Tage. Miss trotzdem zuerst, setz danach die Tische und ruf erst zuletzt an. Die Reihenfolge bleibt, auch wenn dir die Wochen fehlen.

Quellen und Stand

  1. gluecksmarie.de, 2 bis 4 Wochen vorher mit dem Sitzplan anfangen (abgerufen im August 2026)
  2. hochzeitsportal24.de, frühestens einen Monat vorher, Tischplan ab etwa 30 Personen (abgerufen im August 2026)
  3. vonjacob.de, spätestens 4 bis 6 Wochen vorher, finale Liste eine Woche vor dem Termin (abgerufen im August 2026)
  4. Taste Frankfurt, Caterer: Ablaufplan mit 9 Monaten, 3 Monaten und 14 Tagen, dazu ein Abschlussbriefing 7 Tage vorher (abgerufen im August 2026)
  5. Türkische Branchenquellen zu Erscheinensquoten von 70 bis 85 und 50 bis 60 Prozent, gemessen hat sie niemand (abgerufen im August 2026)

Den Saal maßstäblich zeichnen, Gäste namentlich auf Stühle setzen und vorher sehen, was am Abend nicht passt. Dafür ist Sofranda gebaut, auch für sechshundert Gäste.

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